DCC

Technische Grundlagen

Seit etwa Ende der 1990er-Jahre ist das System DCC im 2-Schienen-2-Leiter-Bereich das am weitesten verbreitete Digitalsystem, lediglich im 3-Schienen-2-Leiter-Bereich (Märklin H0) ist das Märklin-Motorola Digitalsystem vorherrschend, obwohl 2004 ein neues System auf den Markt gebracht wurde: Märklin Systems (mfx). Ein weiteres, ebenfalls schon lange bestehendes Digitalsystem ist SelecTRIX (vorwiegend bei Spur N).

Bei DCC werden über das Gleis sowohl die zum Betrieb der Züge notwendige Spannung als auch Steuerungsinformationen von einer Digitalzentrale an die Decoder übertragen. Auch Weichen und Signale (Magnetartikel) können über DCC-Signale gesteuert werden. Normungsgegenstand ist allein das Protokoll (der Datenverkehr auf den Gleisen), nicht jedoch die Kommunikation zwischen der Zentrale und weiteren Eingabegeräten, Boostern (=Stromverstärkern) etc. In Europa von Bedeutung sind für die Eingabeseite XpressNet (ursprünglich X-Bus von Lenz) plus und LocoNet (entwickelt von Digitrax). LocoNet integriert Eingabe, (stationäre) Rückmeldung und Boosteransteuerung in einem „Bus“, wogegen bei X-Bus/XpressNet dafür zwei weitere Signalbusse hinzukommen.

Der DCC-Standard wurde im Lauf der Zeit weiterentwickelt. Anfangs gab es nur 14 Fahrstufen, 99 Lok- und 256 Magnetartikeladressen, der aktuelle Standard sieht 14, 27, 28 und 128 Fahrstufen sowie 10.239 Lokadressen vor; die meisten Fahrgeräte und einige Decoder sind jedoch auf 9999 Lokadressen begrenzt. Trotz der Weiterentwicklung des Systems sind die aktuellen Steuergeräte und Decoder abwärtskompatibel, so dass immer die schwächste Komponente die Gesamtmöglichkeiten bestimmt.

Der DCC-Standard ist mittlerweile um einen Mechanismus zur Rückmeldung von Informationen aus den Lokdecodern zur Zentrale über das Gleis erweitert worden (Railcom).

Zum einfachen Einbau von Lokdecodern auch durch Nichtfachleute wurden die Schnittstellenstecker standardisiert. Der sechspolige Stecker nach NEM 651 ist für beengte Platzverhältnisse vorgesehen; der achtpolige Stecker nach NEM 652 bietet einen optionalen gemeinsamen Rückleiter für Beleuchtung und andere Funktionen sowie einen freien Pin für eine weitere Zusatzfunktion.

Paketformat

Die Datenrate im Gleis beträgt ca. 8000 Bit pro Sekunde. Jedes DCC-Paket beginnt mit einer 10-14 Bit langen Präambel, die der Synchronisierung des Decoders dient. In einem Standardpaket folgen dann ein Adressbyte, ein Befehlsbyte und ein Prüfbyte, die jeweils durch ein Startbit eingeleitet werden. Das Gesamtpaket wird durch ein Stopbit abgeschlossen. Das Prüfbyte errechnet sich als XOR-Verknüpfung über das Adress- und Befehlsbyte.

Dieses Standardpaket ist jedoch heute nicht mehr der Regelfall, da es sich nur zur Steuerung von Lokomotiven mit den genannten Beschränkungen eignet. Für Weichen- und sonstige Funktionsdecoder sowie moderne Lokdecoder wurde ein erweitertes Paketformat definiert, das zwischen drei und sechs Datenbytes enthalten kann.

Quelle: Wikipedia

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